Einzug in die Stille
Der Moment nach der Hängung: Aus der Distanz des Kirchenschiffs wird sichtbar, wie zeitgenössische Malerei den Dialog mit dem sakralen Raum aufnimmt. Die Arbeiten wirken nicht wie Fremdkörper, sondern wie farbige Lichtanker, die die architektonische Ordnung der Sakristei unterstreichen. Es ist der Beginn einer lebendigen, fortlaufenden Symbiose zwischen historischem Ort und künstlerischer Setzung – ein Dialog, der durch das offizielle Echo im St. Martin-Brief als feste Bereicherung des Gemeindelebens gewürdigt wurde.
Zeitgenössische Setzung im klaren Raum
Nach der umfassenden Neugestaltung der Sakristei – mit ihrem neuen Boden, den modernen Sesseln und den klaren, weißen Wänden – scheint der Raum förmlich auf diese künstlerische Antwort gewartet zu haben. Hier wird die räumliche Präsenz zum Programm: Die großformatigen Arbeiten vervollständigen die moderne Architektur und lassen die neu gewonnene Klarheit des Raumes erst richtig zur Entfaltung kommen.
Dialog im Lichtraum
Die Eröffnung der neu gestalteten Sakristei war weit mehr als eine formale Übergabe. Im lebendigen Austausch mit Pastor Joachim Deutsch wird deutlich, wie die Kunstpräsentation die klare Architektur des Ortes belebt. Es ist ein tiefer Dialog über Farben, Formen und die spirituelle Dimension des Raumes, in dem die Malerei als Resonanzkörper dient.
Dieses Projekt ist bewusst dynamisch angelegt: Die Werke werden im Laufe der Zeit wechseln, um immer wieder neue Blickpunkte zu schaffen. Oder wie es die Presse im offiziellen Gemeindebrief treffend zusammenfasst: „Es lohnt sich also, immer mal wieder in die Sakristei zu gucken und sich die Bilder anzusehen!“
Feierliche Übergabe der renovierten Sakristei
Die Neugestaltung der Sakristei ist ein echtes Gemeinschaftswerk. Zur feierlichen Eröffnung kamen die Mitglieder des Kirchenvorstands zusammen, um den renovierten Raum und die temporäre Kunstinstallation einzuweihen. Bei einem Glas Sekt wurde nicht nur auf die gelungene Architektur angestoßen, sondern auch auf die besondere Atmosphäre, die durch das Wechselspiel von Licht, Raum und Malerei entsteht.
Das nachhaltige Fundament dieses Projekts: Die gezeigten Arbeiten verbleiben nicht nur temporär im Raum – die Werke, die im Dialog mit der Gemeinde die stärkste Resonanz erzeugen, werden im Anschluss von der Stiftung St. Martin für die feste Sammlung der Sakristei angekauft.
Dialog mit dem Kreuz
Die Auswahl der Werke begann im Atelier und fand in der Sakristei ihre finale Verdichtung. Dass meine Malerei hier in einem kirchlichen Ensemble hängt, ist ein besonderer Moment der Annäherung. Der Zusammenklang mit dem Kreuz ist das Ergebnis eines bewussten Prozesses: In der modernen Klarheit des Raumes begegnen sich zeitgenössische Farbschichten und sakrale Symbole auf Augenhöhe – eine persönliche Premiere, die die spirituelle Kraft des Ortes neu erlebbar macht. Das Kreuz an der Wand wird so auf ganz neue Weise ästhetisch umrahmt.
Nachklang - Lichtträger im Raum der Seelsorge
Ein letzter Blick zurück: Wie leuchtende Fenster strahlen die Bilder aus der renovierten Sakristei. Hier, in einem Raum für die Seelsorge, finden Gespräche statt, die das Leben feiern oder den Verlust betrauern. Die Malerei kann in diesem geschützten Rahmen als stiller Lichtträger wirken – ein Impuls, der Trost spendet und hilft, in schweren Stunden wieder etwas Schönes und Lebenswertes zu erkennen. Ein stiller, kraftvoller Dialog zwischen den Werken und diesem besonderen Ort.